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Chronik des laufenden Wahnsinns

Gedanken

…zum Streik (1)

Ich sollte streiken, oder zumindest haben die Studierenden der Uni Dortmund entschieden, daß ich das sollte. Damit liegen wir dann auch voll im Trend und dürfen

zu den Bänker, Fluglotzen und Baurbeiter gesellen, die ja im Moment auch alle streiken. Aber die zu letzt genannten bestreiken ja ihre Arbeitgeber um mehr Geld oder sichere Arbeitsplätze. Als Student hat man niemanden, den man bestreiken könnte und man schadet sich eigentlich nur selbst. Aufmerksamkeit mit Demonstrationen und ähnlich Aktionen macht Sinn, aber zwischen so vielen Streiks, dem Wahlkampf und der Fussball WM gehen streikende Studenten in den Medien unter.

…zu Studiengebühren

Wenn es für die Gebühren eine Gegenleistung gibt und auch für Studienwillige aus finanzschwachem Elternhaus gesorgt ist, kann ich mit Gebühren leben. Aber wenn das Geld in die Landeskassen geht und Langzeitstudenten mehr als das zehnfache gegenüber normalen Studierenden zahlen sollen, bin ich dagegen. Leider interessiert es niemanden ob ich dagegen bin.

…zum Streik (2)

Die Studierenden Dortmund streiken und hier meine Highlights:

  • Vor dem Gebäude Emil-Figge-Str. 50, dem Gebäude in dem der AStA haust, gibt es Transparente, Absperrungen und gerüchteweise sogar Streikposten. Überall sonst auf dem Campus nicht.
  • Am Campus-Süd gegenüber vom Pförtner unter der Überdachung gibt es das „Streikbüro Campus Süd“, daß aus einem Banner, einer Pinwand, einem Tisch, mehreren Stapeln Flugzetteln, einigigen unmotivierten Studenten und einer kleinen Stereoanlage besteht. Bisher wurden noch keine Interessenten gesichtet, aber die Musik ist meist ganz nett.
  • „Wir füllen die S-Bahn“ – Das ist meine Lieblingsaktion, die daraus bestand, daß sich möglichst viele Studenten am letzten Dienstag um 7:34 Uhr in die S1 von Dortmund nach Düsseldorf quetschen und dort die Fahrgäste auf die Studiengebühren aufmerksam machen

sollten. Natürlich ganz unaufdringlich.

…zum Geld

Wenig Geld führt bei mir immer zu vielen Gedanken, aber eigentlich hat mich nur ein Flugblatt des AStA irriert in dem die Ergebnisse einer Statistik über die Einnahmen und Ausgaben von Studenten abgedruckt waren. Angeblich brauchte der durchschnittliche Student im Jahr 2000 pro Monat rund DM 1500,- zum Leben, nimmt aber nur DM 1400,- durch Job, BAFöG, Eltern, usw. ein. Also daß ich DM 1500,- pro Monat brauchen könnte stimmt ja, aber ich kenne keinen Studenten der jemals DM 1400,- pro Monat zur Verfügung hätte!

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