Chronik ...

2008

Zuckerbrot und Peitsche

Wer häufig mit der Bahn fährt kennt von der Bahn eigentlich nur die Peitsche. Damit ich darauf anspielen möchte, dass viele Züge oft verspätet kommen. Das Problem hat sich für mich deutlich verschlechtert, da die Regionalexpresse von Essen nach Dortmund deutlich häufiger Verspätungen haben als die Linie S1, mit der ich früher gefahren bin. Hinzu kommt noch, dass Herbst ist und es für die Bahn jedes Jahr überraschend zu sein scheint, dass dann feuchtes Laub auf den Schienen liegt.

Wenn die Peitsche besonders hart zuschlägt, also der Regionalexpress eine sehr hohe Verspätung hat oder gar ausfällt, dann rückt die Bahn auch das Zuckerbrot heraus: Dann darf man nämlich zuschlagsfrei mit einem IC oder ICE fahren. Das ist mal eine willkommene Abwechslung für alle Pendler, die dann mal den Komfort eines Fernzuges bewundern dürfen. Auch die privilegierten Fernreisenden schauen immer ganz erfreut, wenn Ihr Zug von der Nahverkehrsunterschicht gestürmt wird.

Heute war es mal wieder soweit. In Dortmund war ein Regionalexpress hoch verspätet und eine Durchsage am Bahnsteig verkündigt, dass ein ICE für den Nahverlehr freigegeben wäre. Also ging ich schnellen Schrittes zum entsprechenden Bahnsteig. Aber kaum hatte ich mich in einen der geräumigen und bequemen ICE-Sitzplätze gekuschelt, gab es eine weitere Durchsage im Zug: „Dieser Zug ist nicht für den Nahverkehr freigegeben.“ Daraufhin stiegen viele traurige Gesichter aus und quetschten sich auf die engen und unbequemen Sitze eines verspäteten Regionalexpresses.

100% seriös!!!

Sie wohnen seit 10 Jahren an der Autobahn ...

... haben Sie irgendwelche Probleme?

Schöne Autobahn

Gefunden auf der Gönterstraße in Essen.

Shall We Dance

Vor einiger Zeit haben wir "Shall We Dance" gesehen, einen Tanzfilm mit Richard Gere und Jenifer Lopez. In dem Film geht es um Richard als einen Angestellten mit Frau und Tochter. Aber irgendetwas fehlt ihm in seinem Leben und so versucht er sich einer Frau zu nähern, die er immer von der Bahn aus sieht und landet schliesslich beim Tanzen.

Der Film wurde in Hollywood gut geschliffene und ist damit zwar nicht schlecht, aber etwas beliebig geworden. In der Essener Stadtbibliothek fand meine Mitbewohnerin dann letzte Woche das japanische Original. Die Geschichte ist im großen und ganzen identisch, aber trotzdem gibt es ein paar Unterschiede. So wurde am Anfang erklärt, dass es in Japan als anrüchiges gilt, Tanzen zu gehen. Alles wird etwas überzogener gezeigt und so tanzt zum Beispiel der japanische Richard am Anfang fast lächerlich unbeholfen. Trotzdem ist der Unterricht in der Tanzschule deutlich näher der Realität. Im Original gibt es natürlich keine hocherotische Tanzeinlage zwischen Richard und Jenifer. wie sie in Hollywood nicht zu vermeiden war. Die Tanzszenen sind in der japanischen Fassung sehr schön choreographiert.

Insgesamt hat mir der japanische Film besser gefallen. Die Handlung ist zwar fast identisch, aber die Charaktere wirken sympathischer als die aus Hollywood. Es ist sehr spannend zu sehen wie unterschiedlich die gleiche Geschichte in verschiedenen Ländern produziert wird. Nur kann ich bis heute nicht verstehen, warum Hollywood andauernd erfolgreiche Filme aus anderen Ländern kopiert und praktisch die gleiche Geschichte mit Hollywood-Stars bringen muss.

Cocktail-Party-Problem

Gerade sitze ich in der Bahn und lausche angenehmer Musik, da erhebt eine Dame ihre Stimme:

"Entschuldigen Sie!", sagt sie zu zwei fremdländischen Bahnfahrern. "Darf ich Sie fragen, ob Sie einer Beschäftigung nachgehen? Oder vielleicht gehen Sie zur Schule oder besuchen die Fachholschule."

"Warum?", entgegnet einer der Angesprochenen.

"ich meine ja nur, dass Sie sich gerade auf türkisch unterhalten haben und da fällt es mir schwer mich auf deutsch zu unterhalten.", sagt sie, die offensichtlich alleine fährt.

Wie sich die Dame danach recht fremdenfeindlich äussert und Ihre Argumentation gegen die Wand fährt, will ich nicht publizieren. Schließlich hat sie schon eine Falschaussage gemacht: Es ist nämlich einfacher sich ungestört auf deutsch zu unterhalten, wenn die anderen Gespräche im Raum in einer fremdem Sprache geführt werden.

Das ganze wurde mir an der Uni als Cocktail-Party-Effekt vorgestellt, als ich etwas über UMTS, CDMA und orthogonale Codes gelernt habe. Einfach gesagt funken bei UMTS alle Endgeräte zur gleichen Zeit auf der gleichen Frequenz. Aber jeder Teilnehmer unterhält sich in seinem eigenen Code, also seiner eigenen Sprache, mit der Basisstation.

Das ist dann wie auf einer Cocktail-Party: In einem Raum halten sich mehrere Personen auf und führen Gespräche. Wenn sich zwei Personen in einer Sprache A unterhalten und der Rest in einer Sprache B, dann fällt es diesen beiden leichter Ihrer eigenen Unterhaltung zu folgen. Empfängt einer der beiden A sprechenden einen Gesprächsfetzen der Sprache B, dann kann sein Gehirn diesen Fetzen leichter aussortieren, da die Sprache nicht paßt. Das klappt auch, wenn einer der beiden auch die Sprache B versteht. Da er ja bewußt dem in Sprache A geführten Gespräch folgt, bevorzugt auch sein Gehirn diese Sprache.

Natürlich müssen noch ein paar Bedingungen gelten: Zunächst darf keine Person im Raum so laut reden, dass sie alle anderen übertönt. Des weiteren dürfen sich die Sprachen A und B nicht zu sehr ähneln. Bei UMTS werden diese Probleme dadurch gelöst, dass die Telefone und die Basisstation ihre Sendeleistung sehr genau abstimmen und das sich die Codes sehr stark unterscheiden (orthogonal zueinander stehen).

So etwas fällt einem wieder ein, wenn eine Frau in der Bahn rumpöbelt...


Die Hölle friert zu!

Eigentlich war ich ja immer ein bekennender Gegner von generiertem HTML-Code. Zumindest habe ich damit 1996, als ich an meiner ersten Webseite werkelte, schlechte Erfahrungen gemacht. Also habe ich immer alles von Hand gechrieben. Das galt auch noch 2002, bei meinen ersten Gehversuchen mit PHP. Dann im letzten Jahr die große Wende zu einem fertigen Produkt: Wordpress.

Damit habe ich jetzt ein Jahr lang recht wenige Artikel verfasst und bin auch nicht begeistert. Zwar kann man hier und da etwas formatieren, aber wehe wenn man einen Artikel erneut bearbeitet. Insbesondere mit einem Artikel, hab ich da so meinen Ärger gehabt. Dazu kommt, dass man mit Wordpress zwar schicke Blogs machen kann, aber leider nicht viel mehr. Schon ein Gästebuch vergewaltigt das ganze System.

Also musste was Neues her. Da Zeit immer noch Mangelware ist, sollte es wieder ein fertiges Produkt und nichts selbstgestricktes sein. Und siehe da, ich habe zu einem Programm gegriffen, dass HTML-Seiten offline erzeugt: RapidWeaver. Das ganze sieht schick aus, erlaubt es mir -sofern die Zeit mitspielt- eigene Themes zu basteln, und kann mit zahlreichen Plugins erweitert werden.

Ob es damit dann auch endlich wieder mehr Inhalte geben wird, traue ich mich nicht zu versprechen. Winking

Ei, wo ist es denn?

Es ist da! Mein iPhone! Nachdem ich schon etwas länger neidisch auf die größer werdende Zahl der iPhone-Besitzer geblickt habe, wurde ich bei dem neuen iPhone 3G endgültig schwach. Also habe ich mir selbst nachgegeben und eines bestellt. Um Probleme zu vermeiden bezahle ich auch die Deppensteuer an das große T in Form eines überteurten Vertrages. Aber um wenigstens die Anmeldegebühr zu sparen, habe ich online bestellt.

Das war ein Fehler, denn nur die ersten 1000 Besteller haben Ihr Gerät am 11. Juli bekommen. Ich hingegen bekam an diesem Tag nur eine Mail, dass man es zwar sehr bedauere, aber ich müsse nun etwas warten. Einen Termin gab es in dieser Mail leider nicht und ich fühlte mich an meinen T-DSL-Anschluss erinnert, auf den ich 11 Monate warten durfte. Sehr schön ist auch, dass in der Mail eine Mail-Adresse für Rückfragen angegeben wurde, die immer mit einer Fehlermeldung antwortete.

Dabei wäre alles viel einfacher gewesen, wenn ich nicht so geizig gewesen wäre. Zwei Kollegen haben sich einfach in der Woche vor dem 11. Juli ihre Geräte in einem T-Punkt zurücklegen lassen und dann am Stichtag abgeholt. Leider funktionierte dieser Trick nur vor dem Stichtag, da sich das begehrte Telefon danach nur noch in kleinsten Mengen aus der Fabrik traute. Der T-Punkt in Steele hat mir verraten, dass man dort in den ersten 14 Tagen schon ganze 4 Geräte bekommen und natürlich sofort verkauft hatte.

Aufgeweckt oder RTFM

Nach einem etwas längerem Showdown zwischen mir und der Diplomarbeit und den ersten Schritten im Vollzeit-Job, ist es an der Zeit diese Chronik mal wieder aus dem Schlaf zu reissen. Was passt da besser als ein Eintrag über den tollen Telefonweckdienst im Hotel, der mich die letzten Wochen davor bewahrt hat zu spät zur Schulung zu kommen.

Im Prinizip ist es genial einfach. Telefon abnehmen, M1 und dann die 3 drücken. Danach die gewünschte Zeit im Format HHMM eingeben und schlafen. Das ist viel netter als beim Handy, denn das zeigt nach dem Einstellen der Weckzeit noch an, wie wenige Stunden man jetzt nur noch schlafen kann. Aber zurück zum Telefonweckdienst.

Montags ist Anreisetag und die Schulung beginnt eine Stunde später. Wenn man dann Sonntags die zu frühe Weckzeit eingibt, das bemerkt und korrigieren möchte, wäre der naive Ansatz, einfach nach der obigen Vorschrift die richtige Weckzeit einzugeben. Das war auch mein Ansatz und ich wurde zu früh geweckt. Das System kann sich nämlich mehrere Weckzeiten merken und weckt dann scheinbar zu allen eingegebenen Zeiten.

Mit anderen Worten: Manchmal sollte man einen Blick in die Anleitung werfen...

... des laufenden Wahnsinns