Chronik ...

Deutschland sucht den Superstar

19:45 im Supermarkt. Ich hetze durch die Gänge um mir mein Abendbrot zu jagen, als eine rauhe Stimme den ganzen Markt efüllt.

“Was machst Du denn so spät und so alleine hier im Supermarkt?”, sang ein älterer Herr an der Kasse. Es klang von Stimme und Melodie ein bischen nach “Im Wagen vor mir” von Henry Valentino und Uschi.

Nach ein paar Minuten Sing-Sang schlug dann aber die Stimmung um. Der ältere Herr verriet, dass er 62 ist und von Deutschland nicht mehr viel hält. Als ihm dann auffiel, dass er vergessen hatte Schnapps zu kaufen, trat er gegen die Recycling-Boxen und machte sich wutschnaubend auf in die Spirituosen-Ecke.

Er stürmte zwischen den beiden Kassen durch, schlug im Vorbeigehen auf die Absperrung der geschlossenen Kasse ein und sah so aus, als würde er gleich explodieren. Es dauerte einen Moment, bis er sein Gift (eine klare, farblose Flüssigkeit) gefunden hatte und dann wurde er etwas friedlicher. Wäre da nicht eine ältere fremdländische Dame mit Kopftuch gewesen, der er, beim Verlassen des Ladens, den folgenden Spruch drückte: “Nichts gegen Sie, aber wenn Sie etwas mit einem Deutschen anfangen, dann schlage ich ihnen die Fresse ein!”

Erfreulicherweise verschwand er dann sofort und der Spuck war vorbei. Um es mit den Worten der Kasseriererin zu sagen: “Als er gesungen hat, war er ja noch lustig.”

... des laufenden Wahnsinns