Chronik ...

Unterwegs im Flugzeug

Nachdem ich die letzten 18 Jahre fast täglich mit dem ÖPNV unterwegs war, wurde die Kategorie "Unterwegs im Irrenhaus" geboren. Mittlerweile darf ich aber auch zweimal die Woche mit dem Flugzeug reisen, was ganz neue Erfahrungen mit sich bringt. Deshalb hier eine kurze Einfühung:

Ansagen

Wärend in Bus und Bahn die Ansagen immer öfter vom Band kommen, spricht im Flugzeug gleich die ganze Besatzung. Es beginnt mit Ansagen der Flugbegleiter, die einen willkommen heißen und erklären wie man das Handgepäck verstaut. Auch noch am Boden stellt sich der Kapitän vor und verkündet, dass heute der 1. Offizier fliegt. Kapitäne können wohl nicht fliegen. In der Luft stellt sich eine der Flugbegleiterinnen als die "verantwortliche Flugbegleiterin" vor, stellt die anderen vor und kündigt die Essensausgabe und das "Unterhaltungsprogramm" an. Irgendwann zwischendurch meldet sich der 1. Offizier, der nicht nur fliegen, sondern auch die Wettervorhersage für den Zielort vorlesen kann. Und am Ende verabschiedet sich dann noch einmal die "verantwortliche Flugbegleiterin" und die letzten zwei Worte gebühren dem 1.Offizier: „Parking Position“.

Das einzige, was fast immer vom Band kommt sind die Sicherheitshinweise. Dieser "Sicherheits-Thriller" kommt nicht an eine Live-Vorführung durch das Kabinenpersonal heran, da man sich schnell an den computer-animierten Barbie- und Ken-Figuren satt gesehen hat. Immerhin handelt es sich um ein historisches Stück Filmkunst, da die dort gezeigten elektronischen Geräte -die man ja immer brav ausschalten soll- mindestens 10 Jahre alt sind.

Mitreisende

Im öffentlichen Nahverkehr kann man schon so manchen Sonderling beobachten, und auch der Flugverkehr steht dem in nichts nach. Es beginnt vor dem Flug mit Männerreisegruppen, die sich mit albernen Hüten und T-Shirts uniformieren und um 5 Uhr morgens Bier in der Wartehalle trinken. Diese Grüppchen verschwinden meist, wenn ein Flug nach Mallorca oder Ibiza aufgerufen wird und ich habe immer ein bisschen Mitleid mit dem Flugpersonal auf diesen Routen.

Im Flieger kann man grob zwischen Profi- und Amateurfliegern unterscheiden. Profis sind die Geschäftsleute, die mindestens einmal die Woche fliegen. Sie sitzen stehts vorne, am Gang, sind wichtig und haben es eilig. Sie telefonieren schon mal gerne bis zur letzten Sekunde und schalten Ihr Mobiltelefon als Erste wieder an. Um Zeit zu sparen, geben Sie ihr Gepäck nicht auf, sondern erscheinen mit kleinen Trolleys im Flieger, für die die Flugbegleiter dann Stauräume finden müssen. Amateure fallen weniger auf.

Sicherheit

Sicherheit wird beim Fliegen ganz groß geschrieben. Natürlich darf man keinerlei Flüssigkeiten, Waffen oder ähnliches mitnehmen. Bei Sportschlägern, hat aber jedes Land seine eigene Auslegung. In Deutschland darf man einen Badmintonschläger mit an Bord nehmen, während es in Österreich verboten ist. Um auch nichts Verbotenes an Bord schmuggeln zu können, wird des Handgepäck und man selber schön durchleuchtet und abgetastet. Wenn es besonders gut läuft bekommt das Notebook einen Abstrich, wobei ein Teststreifen über das Gerät gestrichen wird. Mit diesem Streifen verschwindet der Sicherheitsbeamte dann in einem Kabuff und vermeldet kurze Zeit später, dass alles in Ordnung sei.

... des laufenden Wahnsinns