Chronik ...

Zuckerbrot und Peitsche

Wer häufig mit der Bahn fährt kennt von der Bahn eigentlich nur die Peitsche. Damit ich darauf anspielen möchte, dass viele Züge oft verspätet kommen. Das Problem hat sich für mich deutlich verschlechtert, da die Regionalexpresse von Essen nach Dortmund deutlich häufiger Verspätungen haben als die Linie S1, mit der ich früher gefahren bin. Hinzu kommt noch, dass Herbst ist und es für die Bahn jedes Jahr überraschend zu sein scheint, dass dann feuchtes Laub auf den Schienen liegt.

Wenn die Peitsche besonders hart zuschlägt, also der Regionalexpress eine sehr hohe Verspätung hat oder gar ausfällt, dann rückt die Bahn auch das Zuckerbrot heraus: Dann darf man nämlich zuschlagsfrei mit einem IC oder ICE fahren. Das ist mal eine willkommene Abwechslung für alle Pendler, die dann mal den Komfort eines Fernzuges bewundern dürfen. Auch die privilegierten Fernreisenden schauen immer ganz erfreut, wenn Ihr Zug von der Nahverkehrsunterschicht gestürmt wird.

Heute war es mal wieder soweit. In Dortmund war ein Regionalexpress hoch verspätet und eine Durchsage am Bahnsteig verkündigt, dass ein ICE für den Nahverlehr freigegeben wäre. Also ging ich schnellen Schrittes zum entsprechenden Bahnsteig. Aber kaum hatte ich mich in einen der geräumigen und bequemen ICE-Sitzplätze gekuschelt, gab es eine weitere Durchsage im Zug: „Dieser Zug ist nicht für den Nahverkehr freigegeben.“ Daraufhin stiegen viele traurige Gesichter aus und quetschten sich auf die engen und unbequemen Sitze eines verspäteten Regionalexpresses.

... des laufenden Wahnsinns